In einem White Paper http://www.adobe.com/accessibility/pdfs/accessibledocswithindesignCS4.pdf zeigt Adobe, wie Dokumente «barrierefrei», sprich: auch von Sehbehinderten
gelesen werden können.
Zusammenfassung:
- Es
ist sinnvoller, die entsprechenden Eingriffe in InDesign vorzunehmen als
im PDF. Wird das Dokument geändert, müssen die Eingriffe in dem dann neuen
PDF nicht wiederholt werden.
- Wichtigster
InDesign-Eingriff: Zusammengehörende Texte müssen als solche markiert
(IT-Deutsch: «getaggt») werden.
- Absatzformate
können an eingerichtete Tags übergeben werden. Sind die Absatzformat-Namen
identisch mit den Tag-Namen, wird die Übergabe stark vereinfacht.
- Wurde
durchgängig mit «Einfachem Absatzformat» gearbeitet, müssen die Absätze
manuell getaggt werden.
- Kopf-
und Fusszeilen von Tabellen müssen nachträglich im PDF getaggt werden.
- Ähnliche
Nacharbeit ist für Listen erforderlich.
- Sollen
sämtliche Auftritte von Mustervorlagen-Elementen getaggt sein, müssen sie
übergangen werden.
- Gruppeninhalte
müssen separat getaggt werden, Fußnoten-Tagging geschieht im PDF.
- Alternativtext
für Abbildungen kann und muss manuell, Bild für Bild, editiert werden.
- Für
Sehbehinderte überflüssige Objekte – Hintergrundflächen, Rahmen mit
Seitenzahlen oder automatische Kopfzeilen – können «ausgetaggt» werden.
Absätze können nicht ausgetaggt werden.
- Dateiinformationen
können – bei Wiederholungen sogar semi-automatisch – in InDesign verankert
werden.
- Getaggte
Dateien müssen zu PDF exportiert werden – der Druckdialog ist hierfür
nicht geeignet.
- Dem
PDF muss anschliessend gesagt werden, in welcher Sprache es geschrieben
wurde.
- PDFs
besitzen ihre eigenen Format- resp. Tag-Namen. InDesigns
Namens-Zuweisungen sind an manchen Stellen fehlerhaft: Korrekturen im PDF
sind erforderlich.
Aus all dem Gesagten folgt: Der Mehraufwand für die Bereitstellung
barrierefreier Dokumente ist erheblich. Simple Knopfdruck-Technologien
existieren noch nicht. XML-Kenntnisse sind zwar nicht erforderlich, aber das
InDesign-Fachwissen muss gediegen sein. Grosse Datenmengen, die barrierefrei gestellt werden müssen, verlangen eine
solide Unterstützung einer (firmeneigenen, externen) IT.
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